Informationen

Die Verwaltung nimmt Ihren Antrag entgegen und berät Sie.

Über den Antrag entscheidet die L-Bank in Karlsruhe. Sie können den Antrag direkt dort stellen oder zur Weiterleitung im Rathaus abgeben.

Antragstellung

Elterngeld ist eine einkommensabhängige Leistung des Bundes für Eltern und ersetzt seit 1. Januar 2007 das Bundeserziehungsgeld.

Grundsätzlich haben beide Eltern gemeinsam Anspruch auf insgesamt zwölf Monatsbeträge, die jeweils für Lebensmonate des Kindes gezahlt werden. Eltern haben Anspruch auf zwei weitere Monate Elterngeld, wenn sich auch beim Partner das Erwerbseinkommen für mindestens zwei Monate verringert. Sie können den Zuschuss während der ersten 14 Lebensmonate Ihres Kindes beziehen. Alleinerziehende, die das alleinige Sorgerecht haben, können das Elterngeld 14 Monate lang in Anspruch nehmen.

Das Elterngeld richtet sich nach dem Nettoeinkommen des Elternteils, der für die Kinderbetreuung entweder ganz zu Hause bleibt oder der seine Arbeitszeit reduziert. Das Elterngeld ist steuerfrei, es unterliegt aber dem sogenannten Progressionsvorbehalt.

Achtung: Alleinerziehende, deren zu versteuerndes Jahreseinkommen über 250.000 Euro beträgt beziehungsweise Ehepaare, die mehr als 500.000 Euro im Jahr versteuern, erhalten kein Elterngeld.

Wenn Sie Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe beziehungsweise Kinderzuschlag beziehen, wird das Elterngeld auf diese Leistungen grundsätzlich angerechnet.

Alle Elterngeldberechtigten, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Kinderzuschlag beziehen und die vor der Geburt ihres Kindes erwerbstätig waren, erhalten ab dem 1. Januar 2011 einen Elterngeldfreibetrag. Der Elterngeldfreibetrag entspricht dem durchschnittlichen Einkommen vor der Geburt und beträgt höchstens 300 Euro. Bis zu dieser Höhe bleibt das Elterngeld bei den genannten Leistungen weiterhin anrechnungsfrei.

Höhe des Elterngeldes

Sie erhalten grundsätzlich 67 Prozent Ihres Nettoverdienstes, der sich aus dem durchschnittlichen Einkommen aus Erwerbstätigkeit der letzten zwölf Kalendermonate vor dem Geburtsmonat des Kindes berechnet. Für Nettoeinkommen zwischen 1.200 Euro und 1.240 Euro vor der Geburt des Kindes sinkt die Ersatzrate des Elterngeldes künftig schrittweise von 67 auf 65 Prozent. Wenn Ihr monatliches Nettoeinkommen über 1.240 Euro beträgt, erhalten Sie 65 Prozent als Elterngeld.

Bei der Bestimmung der zwölf Kalendermonate werden Monate

  • mit Bezug von Mutterschaftsgeld oder Elterngeld,
  • in denen aufgrund einer schwangerschaftsbedingten Erkrankung das Einkommen gesunken ist oder
  • in denen Wehrdienst oder Zivildienst geleistet wurde

grundsätzlich nicht mitgezählt. Statt dieser Monate werden zusätzlich weiter zurück liegende Monate zugrunde gelegt.

Das Elterngeld beträgt höchstens 1.800 Euro, Eltern ohne Einkommen erhalten mindestens 300 Euro.

Bei Mehrlingsgeburten bekommen Sie für jedes weitere Kind 300 Euro zusätzlich zum Elterngeld.

Sie haben Anspruch auf einen Erhöhungsbetrag von 10 Prozent, mindestens 75 Euro monatlich, solange im Haushalt ein weiteres Kind unter drei Jahren lebt (Geschwisterbonus) – bei drei und mehr Kindern im Haushalt genügt es, wenn mindestens zwei Kinder das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Hinweis: Sie können Ihren Elterngeldanspruch mithilfe des Elterngeldrechners des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unverbindlich ausrechnen.

Generelle Zuständigkeit

die Landeskreditbank Baden-Württemberg (L-Bank)

Voraussetzungen

  • Sie haben Ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland.
  • Ihr Kind lebt bei Ihnen und Sie betreuen es selbst.
  • Sie arbeiten während des Bezugs von Elterngeld nicht mehr als 30 Stunden pro Woche.

Hinweis: Sollte ein Elternteil sein Kind nicht betreuen können, beispielsweise wegen einer schweren Krankheit, kann das Elterngeld ebenfalls für 14 Monate bewilligt werden. Um eine Einkommensanrechnung bei den Vätermonaten (Partnermonate) zu vermeiden, ist es ratsam, gegebenenfalls Elternzeit zeitgleich mit den Lebensmonaten des Kindes zu beantragen.

Unterlagen

  • Geburtsurkunde des Kindes im Original
  • Einkommensnachweis (in der Regel Lohn- oder Gehaltsabrechnungen bei Nichtselbständigen und Steuerbescheid für den letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraum bei Selbständigen)
  • Bestätigung des Arbeitgebers, falls Sie teilzeitbeschäftigt sind beziehungsweise Erklärung über Ihre Arbeitszeit, falls Sie selbständig sind
  • Bescheinigung der Krankenkasse über das Mutterschaftsgeld
  • gegebenenfalls Bescheinigung Ihres Arbeitgebers über dessen Zuschuss zum Mutterschaftsgeld
  • bei Antrag des Elterngeldes für 14 Monate: zusätzlich
    • Nachweis, dass der andere Elternteil zwei Monate davon in Anspruch nimmt, oder
    • Nachweis, dass Sie alleinerziehend sind, das alleinige Sorgerecht beziehungsweise das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht für Ihr Kind haben und der andere Elternteil nicht mit Ihnen und dem Kind in der gleichen Wohnung lebt

Ablauf

Sie müssen den Antrag schriftlich stellen. Bereits im Antrag müssen Sie festlegen, wer von den beiden Eltern wann das Elterngeld beziehen möchte. Eltern können die Bezugsdauer des Elterngeldes seit 24. Januar 2009 einmalig ohne Begründung sowie in weiteren Ausnahmefällen ändern.

Wenn Sie und Ihr Partner den Antrag gemeinsam stellen, müssen beide unterschreiben. Es besteht auch die Möglichkeit, dass Sie getrennte Anträge auf Elterngeld stellen. Dann muss jeder Partner in seinem jeweiligen Antrag angeben, für wie viele und welche Lebensmonate des Kindes er Elterngeld beansprucht.

Sie können sich die Bezugsmonate für das Elterngeld untereinander frei einteilen. Die einzige Einschränkung besteht darin, dass einer von Ihnen mindestens zwei Monate davon in Anspruch nimmt, wenn Sie den Zuschuss für 14 Monate beantragen. Sie können das Elterngeld auch insgesamt 24 beziehungsweise 28 Monate lang beziehen, dadurch halbiert sich jedoch der monatliche Betrag entsprechend.

Achtung: Für Eltern, die bei der Auszahlung des Elterngeldes von der Verlängerungsmöglichkeit des § 6 Sätze 2 und 3 Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) Gebrauch machen und im Anschluss auch Landeserziehungsgeld beziehen wollen: Bei Auswahl der Verlängerungsmöglichkeit wird der jeweilige Monatsbetrag halbiert und in einer ersten (1.-12. beziehungsweise 14. Lebensmonat) und einer zweiten Rate (13.-24. beziehungsweise 28. Lebensmonat) ausgezahlt. Die ersten Raten werden in den jeweiligen Bezugsmonaten gezahlt, die zweiten Raten im Anschluss an die letzte erste Rate. Das bedeutet, dass Eltern, die sich für eine verlängerte Auszahlung beim Elterngeld entschieden haben, auch während der Auszahlung der zweiten Raten im Sinne des § 6 Sätze 2 und 3 BEEG, die nach dem 12. beziehungsweise 14 Lebensmonat des Kindes liegen, Landeserziehungsgeld beziehen können, da der Bezug von Landeserziehungsgeld ab dem 13. oder 15. Lebensmonat (das heißt unmittelbar im Anschluss an den letzten Bezugsmonat des Elterngeldes) erforderlich ist. Eine Anrechnung des Elterngeldes als Einkommen erfolgt in diesen Fällen nicht.

Sollten sich während der Bezugsmonate Änderungen ergeben (z.B. weil Sie Ihre wöchentliche Arbeitszeit erhöht oder reduziert haben), müssen Sie dies der zuständigen Stelle mitteilen. Diese entscheidet nach Ablauf der zwölf beziehungsweise 14 Monate, ob Ihnen noch Elterngeld zusteht oder ob Sie Elterngeld zurückzahlen müssen.

Frist

Sie müssen den Antrag auf Elterngeld spätestens drei Monate nach Geburt Ihres Kindes eingereicht haben, um das Elterngeld rückwirkend für den ganzen Zeitraum zu erhalten.

Zurück zu Übersicht